Fileserver, Buildserver, NAS im Eigenbau (Teil 1 von 3)

Mittlerweile gibt es einen neuen NAS-Build, der Buildserverteil wurde weggelassen und ein neues System zusammengestellt. Näheres dazu hier.

Seit langem schon will ich mir ein NAS zulegen. Bei mir in der Wohnung laufen ein MedienPc, Laptop, Buildserver (dem in letzter Zeit etwas langweilig ist) und mehrere Android-Geräte. Die Idee ist, all diese Geräte sollen auf einen zentralen Speicher zugreifen können. Der MedienPc soll sich von dort Musik,Filme,etc abspielen können, die Android Geräte sollen Fotos (und vl. Kontakte etc) sichern können und der Laptop die gesamte /home/ Partition regelmäßig sichern.

Die zentrale Aufgabe des NAS ist daher für möglichst alle Geräte viel Speicherplatz zur Verfügung zu stellen. Wenn ich von viel Speicherplatz schreibe dann meine ich eine Größenordnung ab 15 TB aufwärts.

Nun, wofür brauche ich denn so viel Speicher?

  • Filme, Musik, Fotos, Serien bewegen sich ungefähr in einem Rahmen von 8 TB, Tendenz steigend. Vorrausschauend, plane ich mal 12 TB ein. Die DVDs müssen ja irgendwo gesichert werden 😉
  • Android Geräte (2 Handys und 2 Tablets) werden hauptsächlich auf Bücher, Unterlagen und andere Dokumente zugreifen. Fotos, Videos und andere Daten sollen auch von den Geräten regelmäßig synchronisiert werden. Eventuell werde ich einen OwnCloud Server für das lokale Netzwerk aufsetzen. Eingeplant sind 1 TB, das ist ziemlich großzügig finde ich.
  • Laptop-Backups: die /home/ Partition hat 180 GB, mehr wird, rein für die Backups, nicht notwendig sein.
  • Git-Repository: Ich möchte, sobald der Server fertig ist, alle meine Software-Projekte unter eine Versionsverwaltung stellen. Etwas anderes als Git kommt nicht in Frage. Für die Versionskontrolle plane ich 500 MB ein.
  • Buildserver: Zur Zeit spiele ich öfter mit Embedded Linux Varianten herum. Gentoo Embedded und OpenEmbedded. 200 GB sollten ausreichen.

Also: 12 TB + 1 TB + 0,180 TB + 0,2 TB = 13,38 TB

Bin wirklich gespannt wie lange das ausreicht, 2001, als ich das erste Mal mit Computern zu tun bekam, war ich noch stolz auf die 40 GB Platte. 😉

 

Die allgemeinen Empfehlungen für DIY-NAS builds ist viel RAM und ZFS. Mein buildserver hat einen AMD FX8350 mit 8 Cores, ideal zum Kompilieren. Dafür habe ich ein Asus M5A97 LE R2.0 Mainboard gekauft (schon ein paar Monate her) und 16 GB RAM  (2 Slots belegt, 2 frei) dazugekauft und eingebaut. Für ein NAS/Fileserver natürlich etwas überdimensioniert, obwohl ich gelesen habe das die großen Storage-Hoster auch auf starke CPUs und viel RAM setzen, um Software statt Hardware Raid zu nutzen (scheinbar ist ein Software Raid die bessere Lösung, zumindest heutzutage wo CPUs viel Rechenleistung haben). Auf Amazon habe ich mir noch einen PCI Express 4 x Sata 3Gbps Controller gekauft, um insgesamt 10 Sata Ports zu erhalten. (4 x 3Gbps, 6x 6Gbps)

Kosten:

  • CPU: 180 €
  • RAM: 50 €
  • Mainboard 90 €
  • PCIe Sata Controller 70€

Zwischenstand: 410 €

Die kosten sind natürlich noch ohne Festplatten, Kabeln, Netzteilen etc.. Zum Vergleich habe ich mal nachgeschaut was ein 8 Bay NAS ungefähr kostet. Auf Amazon kostet ein 8 Bay NAS Gehäuse zwischen 322 € und 1022 €. Die günstigere Variante, Sharkoon 8 Bay Raid, besitz keine eigene CPU sondern wird anscheinend an einen PC angeschlossen. Es ist also eine reine Speicherlösung. Zudem wird maximal Sata II mit 3 Gbps unterstützt. Bei meinem Build werde ich mindestens 3 Gbps zu verfügung haben. Auf dem Mainboard habe ich sogar 6 x 6 Gbps. Und meine Variante ist nicht nur eine Speicherlösung sondern auch Buildserver (und später noch viel mehr ;), owncloud etc ).

Die teurere NAS Lösung, QNAP TS-869 Pro NAS-Gehäuse bietet auch für 8 Platten Platz, hat einen 1 Ghz Intel Atom Prozessor, 512MB Ram. Laut einer Kundenbewertung ist der RAM einfach erweiterbar, was darauf schließen lässt (ich hab auch schon irgendwo davon gelesen) das bei dem NAS das Betriebssystem FreeNAS oder etwas ähnliches zum Einsatz kommt (und möglicherweise austauschbar ist).

Das ist mein derzeitiger Stand an Einzelteilen, die ich alle aus alten Server Racks ausgebaut habe. Wenn alles fertig ist, soll meine Buildserver/NAS Server konfiguration 9 Bays haben. Wenn ich später mal Platten hinzufügen möchte, hab ich noch Platz für einige andere, sofern ich mir ein paar PCI Express Sata Controller dazukaufe. Bzgl. Raid bin ich mir noch nicht ganz sicher. Wahrscheinlich werde ich keine der Platten spiegeln, später wenn ich mehr Plattenplatz habe, werd ich das nochmal überdenken.

Wenn ich in den nächsten Tagen Zeit habe, werd ich an meinem Build weiterarbeiten, Updates folgen natürlich hier. Als nächstes möchte ich auf die Wahl des Betriebssystems (Spoiler: GNU/Linux) und des Filesystems eingehen, natürlich werden auch aktuelle Bilder vom Build hinzugefügt.

Hier geht’s weiter zu Teil 2

3 thoughts on “Fileserver, Buildserver, NAS im Eigenbau (Teil 1 von 3)

  1. Das wird aber keine stromsparende Variante, Sinn und Zweck ist ja eigentlich der Speicherplatz. Ist es dann nicht leicht übertrieben so eine Maschine werkeln zu lassen, schon alleine die Kosten sehe ich nicht als gerechtfertig.

    Ich nutze als Buildserver einen Rootserver der die Packages sogar an Kunden verteilt und bei mir aktuell mit 3 Embedded Maschienen, drei Netbooks und einen P4 versorgt. Insgeamt baut der Server für x86, amd64 und arm. Dem ist schon ziemlich langweilig.

    NAS kann ich verstehen, aber dafür gibt es preiswerter Lösungen im Unterhalt.

    • Hi,
      Danke für deinen Kommentar.
      Natürlich ist eine stromsparendere Variante möglich. Ich habe mittlerweile diesen Fileserver wieder abgebaut und einen neuen zusammengestellt (Blogeintrag folgt, diesmal habe ich NAS und Buildserver getrennt)
      Der Grund warum ich damals entschieden habe Buildserver und NAS zu kombinieren: Ich wollte am NAS für mehrere Architekturen rootfilesysteme erstellen (und häufig ändern) Im Prinzip habe ich am NAS/Buildserver die filesysteme gebaut und auch mehrere NFS-shares erstellt. Es war somit möglich einfachst zwischen vielen verschiedenen NFS-shares zu wechseln, ohne erstmal vom rootserver die fertigen images als archiv laden zu müssen. Für meinen Arbeitspc habe ich den Buildserver Softwarepakete (libreoffice, virtualbox,firefox,… alles was länger braucht) bauen lassen.
      Ich bin dann eben draufgekommen, dass ich teilweise mehrere Tage den Buildserver nicht gebraucht habe und das NAS eben schon (Stromrechnung++), daher habe ich beides dann auch aufgeteilt.

      Ich denke die beiden neuen Builds werden dir besser gefallen 😉

  2. Pingback: Fileserver, Buildserver, NAS im Eigenbau (Teil 2 von 3) |

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